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Old Kid on the Blog

20
Ja
20 Jahre Tanz
20.01.2026 21:43

Heute gibt es eine kleine Zeitreise, 20 Jahre in die Vergangenheit.

Es war ein Freitag, dieser 20. Januar 2006. Der Tag war ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag, erst am Abend wurde es interessant. Damals wohnte ich noch mitten in der Nürnberger Altstadt, der Weg zum Tanzstudio Schlegl war also recht kurz. Meine beiden Elternteile hatten immer erzählt, dass sie beide gute Tänzer waren in ihrer Jugend. Ich war neugierig, ob mir dieses Talent vererbt worden ist. Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich mir vorgenommen, genau das herauszufinden.

In Nürnberg gab es eigentlich nur zwei große Tanzschulen. Tanzstudio Schlegl und Tanzzentrum Krebs. Ich entschied mich für das Studio und meldete mich zu einem Anfänger Singlekurs an. Single heißt hier nur, dass man keinen festen Tanzpartner hat und sich erst im Kurs findet. Der Kurs war immer freitags um 21 Uhr für 60 Minuten. Danach konnte man noch die Tanzparty besuchen, die bis heute noch jeden Freitag stattfindet. An diesem Tag ging ich mit der Einstellung hin: "So, jetzt findest du heraus, dass du das überhaupt nicht kannst!".

Es kam anders. Im Kurs gab es tatsächlich zu wenig Frauen, also mussten Frauen aus höheren Kursen aushelfen. Meine Tanzpartnerin an diesem ersten Abend, Nicole, wollte mir einfach nicht glauben, dass ich tatsächlich gerade die ersten Tanzschritte machte. Der erste Tanz war der Cha-Cha-Cha und die ersten Schritte machte ich zu "Let's get loud" von Jennifer Lopez. Danach folgte der Langsame Walzer zu "I believe I can fly" von R. Kelly. Nach dem Kurs blieb ich noch eine Weile um den Tanzpaaren auf der Party zuzusehen. Auf das Parkett im großen Saal habe ich mich dann doch noch nicht getraut. Der Abend hatte mir ja ohnehin schon viel mehr gegeben als ich je erwartet hatte. Ein Erfolgserlebnis. Schon am ersten Abend war für mich klar, dass ich diesen Kurs auf jeden Fall durchziehe. An neun weiteren Abenden war ich pünktlich und lernte die Grundschritte für insgesamt neun Tänze.

Noch im ersten Jahr war ich auf einem Ball in Anzug und Krawatte, machte den Fortgeschrittenen-Kurs und entschied mich für weitere Kurse. Sogar das erste Tanzabzeichen habe ich Ende 2006 schon geholt. Auch Silvester verbrachte ich auf der Tanzfläche, kurz nach Mitternacht tanzte ich mit einer gewissen Sandra. Ein Kapitel für sich und ständige Erinnerung, dass eben auch dieses Hobby nicht nur Positives brachte. Die Geschichte erzähle ich ein andermal.

Zum Fasching 2007 tanzte ich dann zum ersten Mal in Formation, nämlich beim Männerballett. Ein Auftritt in Straps und Fummel vor Publikum. Was für ein Spaß. Drei weitere Male machte ich noch mit und vielleicht geht ja in der Zukunft auch nochmal was zusammen.

2009 lernte ich dann eine gewisse Bianca kennen. Sie ist mir bis heute als Tanzpartnerin treu, seit über 16 Jahren also. Andere Tanzpartnerinnen kamen und gingen. Mal hatten sie keine Zeit, mal keine Lust mehr. Manche Dame brachte auch einfach zu viel Drama in mein Leben, sodass ich Schluss gemacht habe. Dabei mache ich es von Anfang an immer ganz klar: Nur Tanzpartnerschaft, nicht mehr. Nur zweimal hatte ich mehr Interesse an einer Dame und beide Male endeten in einer Katastrophe. Es gäbe mehrere Geschichten zu erzählen, wie manche Frauen so drauf sind. Auch das aber ein andermal.

Schon 2012 war ich zum ersten Mal als DJ aktiv, im kleinen Saal für eine geschlossene Gesellschaft. Mein Ziel war aber immer die Tanzparty am Freitag im großen Saal. Ganz allein für die Musikauswahl verantwortlich zu sein, zwischen den Liedern ein wenig moderieren und natürlich mit der Beleuchtung herumspielen. Im November 2014 war es dann soweit. Es lief damals gut und bis heute ist das Feedback immer überwiegend positiv. Weitere Erfolgserlebnisse also. Als kleiner Stöpsel wollte ich Radiomoderator werden. Für die Ausbildung war ich aber nicht schlau genug. So wurde der Traum nun auf Umwegen doch noch irgendwie war. In einer Tanzschule ist man ja nicht wirklich DJ, es gleicht tatsächlich mehr einem Radiomoderator. Als DJ habe ich außerhalb des Tanzstudios auch schon zwei große Geburtstage, den firmeninternen Tanzkurs und sogar zwei Hochzeiten beschallt. Beide Paare sind noch immer verheiratet. Zum vierten Mal in Folge war ich einer von zwei DJs bei der Silvesterfeier. Zweimal begleitete ich eine Gruppe meines Arbeitgebers bei der Demo zum CSD.

Was wird noch kommen? Hoffentlich eine Tanzpartnerin für Bälle und Partys. Hoffentlich noch mehr Gigs als DJ.


Film des Tages: Dirty Dancing

Was sollte heute auch sonst der Film des Tages sein? Eine romantische Liebesgeschichte ist für meinen aktuellen Gemüts- und Geisteszustand nicht unbedingt die beste Medizin. Bei diesem Film begeistert mich aber die Musik, die schönen Autos und noch viel mehr all die schönen Kleider der Damen. Hätte ich damals schon gelebt, hätte ich wohl unter ständiger Reizüberflutung gelitten. So ganz nebenbei gibt der Film auch noch eine gute Lektion über Vorurteile mit. Der scheinbar perfekte Schwiegersohn ist genau das Gegenteil und der Rebell, der scheinbar nicht gut genug ist, ist am Ende genau der Richtige. Bevor ich meinen ersten Tanzkurs machte kam es mir immer etwas unrealistisch vor, dass Baby die Choreographie innerhalb weniger Tage erlernte. Jetzt weiß ich es besser. Wenn man drei Tage lang wirklich nichts anderes macht, als zu einem Lied eine Choreo einzustudieren, kann man wirklich sehr viel erreichen. Sogar eine Hebefigur wäre möglich, wobei es da nicht reicht wenn der Mann die Muskeln dazu hat. Die Frau braucht auch die richtige Körperspannung, das sieht man im Film auch sehr deutlich.

Kandidat Maier
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