Es ist mal wieder einer meiner ganz eigenen Jahrestage. Vom Tag gibt es nicht viel zu berichten, daher erzähle ich die Geschichte des Wiedersehens, dessen Jahrestag heute ist.
Heute vor neun Jahren gab es das Wiedersehen mit meiner ersten und einzigen Liebe. Wir waren nur elf Monate zusammen, sie beendete die Beziehung am 22. April 1998. Seitdem habe ich mich öfter mal gefragt, wie es ihr wohl geht und wo und wie sie lebt. Dabei war ich immer sicher, dass sie sich all ihre Wünsche erfüllen konnte. Bei der Arbeit erzählte ich einem Freund die Geschichte von mir und Julia. Er ermutigte mich, anlässlich des Jubiläums, Julia einfach mal über ihre Eltern zu kontaktieren.
Ihre Eltern waren gegen mich, ich war ihrer Meinung nach nicht gut genug für Julia. Das sah sie natürlich ganz anders. Bestimmt würden sie mir auch 20 Jahre später, also 2017, nicht helfen wollen. Ich wurde aber immer weiter ermutigt, also schrieb ich zwei Briefe. Einen an die Eltern und einen für Julia, den sie bitte weiterleiten sollten. Schlimmstenfalls würde gar nichts passieren, was hätte ich schon zu verlieren?
Zu meiner Überraschung half mir ihr Vater tatsächlich. Er berichtete mir von Julias Schicksal und organisierte sogar das Treffen. Aufgrund eines plötzlichen Herzstillstands und eines verspätet eintreffenden Notarztes war Julia sowohl körperlich als auch geistig schwer beeinträchtigt und lebte im Wachkoma. Nur zwei Dinge waren ihr geblieben. Sie konnte noch mit ihren schönen Augen kommunizieren und immer noch lächeln. Das hat mir das Herz erwärmt, es passte zu ihr. Egal wie schwer das Schicksal auch zuschlägt, ihr schönes Lächeln konnte ihr nicht genommen werden.
Meine Mission war klar. Ich will sie unbedingt wiedersehen und ich will ihr noch einmal ein Lächeln schenken. Am 29. März 2017 sollte ich meine Chance dazu bekommen. Julia wurde in einem speziellen Rollstuhl mobilisiert und zum Tiergarten Nürnberg gebracht. Dort traf ich sie und ihren Vater. Er war an diesem Tag gut drauf und gewährte mir zweimal auch Momente allein mit Julia. Zuvor hatte ich mir per eBay ein paar Fläschchen des Parfüms besorgt, das mir Julia damals geschenkt hat. Dabei gibt es das angeblich seit 1999 nicht mehr. Irgendwie war alles auf meiner Seite. Bei einem Gespräch unter vier Augen sprach ich sie mit dem Kosenamen an, den ich ihr damals gegeben hatte.
Und sie lächelte.
Film des Tages: Vier Fäuste gegen Rio
Es ist mein Lieblingsfilm mit Bud Spencer und Terrence Hill. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt sofort nachholen. Es gibt ihn sogar kostenlos und legal auf YouTube zu sehen. Die Sprüche zitiere ich heute noch bei Gelegenheit und die wichtigste Frage des Films stellt sich sowieso jeden Tag aufs Neue: "Was ist mit den Kohlen?". Ein Kompliment an die deutsche Synchronisation und eine Empfehlung, sich den Film anzusehen.
Die Osterferien haben begonnen. Das heißt, die Tanzschuhe haben erstmal Pause. Immerhin erwarten mich aber erstmal auch keine Arbeitstage mehr, Urlaub ist angesagt. Wohlverdient, möchte ich noch hinzufügen. Pläne habe ich nur für einen weiteren Jahrestag, der gleich morgen ansteht. Am Donnerstag gehe ich vielleicht nochmal einkaufen, nicht dass mir über die Feiertage irgendwas fehlt.