Es steht 28:0 wenn es darum geht, am Valentinstag Single zu sein. Nur einen einzigen Valentinstag habe ich in einer Beziehung erlebt, damals. 1998. Obwohl, wenn ich ganz ehrlich bin, hat es wohl da auch schon mehr oder weniger stark gekriselt.
Irgendwas war los. Vom Tanzabend war ich zwar völlig erschöpft, doch ich konnte nicht schlafen. Nachts um halb vier habe ich dann sogar noch angefangen Animal Crossing zu spielen und hatte im Spiel eine Begegnung mit einem Alien. Erst eine Stunde später schlief ich ein, war aber kurz nach neun auch schon wieder wach. Mehr oder weniger.
Eigentlich hatte ich einen Plan für heute, doch der war nicht mehr umzusetzen. Den ganzen Tag über war ich irgendwo zwischen wach und im Halbschlaf. Egal ob YouTube-Videos oder Spiele, so richtig darauf konzentrieren konnte ich mich nicht. Irgendwie plätscherte der Tag so vor sich hin, nicht nur durch den Regen, der immer wieder mal fiel. Am Abend sah ich mir den Film des Tages an, nun wird es gleich ins Bett gehen. Vielleicht bekomme ich diesmal mehr Schlaf.
Den ganzen Tag über war ich in Gedanken immer wieder bei meiner ersten und bis heute einzigen Liebe. Julia. Mit ihr war ich zum Valentinstag 1998 schon neun Monate lang zusammen. Wir hatten schon Krisen überstanden und schöne Erinnerungen geschaffen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie mein Leben wohl aussehen würde, wenn es sie nicht gegeben hätte. Auch nach der Trennung behielt ich sie immer in guter Erinnerung und wünschte ihr von Herzen alles Gute. Leider war ihr das nicht vergönnt.
Film des Tages: Titanic
Für manche ist es einer der schönsten Liebesfilme. Für mich ist es ein Film mit vielen Spezialeffekten und einem der schlimmsten Bösewichte aller Zeiten, Rose. Schon zu Beginn des Filmes wirkt sie völlig unsympathisch. Sie liebt ihren Verlobten nicht, hat aber kein Problem damit, sein Geld auszugeben, z. B. für Gemälde. Obwohl Cal ihr und ihrer Mutter einen guten Lebensstil bietet, zeigt sich Rose sogar undankbar und respektlos. Anstatt sich einfach von Cal zu trennen, blamiert sie ihn sogar noch. Dabei zeigt Cal, gerade zum Ende des Films hin, dass er Gefühle für Rose hat, die nun verletzt sind. Er versucht alles, um seine Beziehung zu retten und rettet ganz nebenbei noch einem kleinen Mädchen das Leben. Rose bleibt allein auf dem Stück Holz im Wasser, wodurch Jack stirbt. Sie lebt unter falschem Namen weiter, lässt also Cal und auch ihre Mutter im Glauben, dass sie tot sei.
Es ist kein Liebesfilm und er ist schon gar nicht romantisch. Jack ist gestorben, bevor es überhaupt zum ersten Streit kam. Schlimmer noch, er war nicht gut für sie und das hätte sie sehen müssen. Als sie seine Zeichnungen anschaut erzählt Jack ja sogar von der einbeinigen Prostituierten und den Mädchen in Paris, die gerne die Kleider ablegen. Nach dem Reiche-Leute-Leben suchte sie ein Abenteuer und fand es im obdach- und mittellosen Jack.
Witzig ist auch die Szene, in der Jack Rose zeichnet. In den Großaufnahmen sieht man das Milchgesicht von Leonardo diCaprio und dann die Hände von einem deutlich älteren Menschen, der das Bild malt. Inzwischen weiß man, dass es James Cameron war, der die Zeichnung anfertigte. Eben dieser James Cameron war es auch, der Brock am Ende sagen ließ, dass er es nie so richtig kapiert hat. Scheinbar hat Cameron es auch nicht geschafft, er taucht ja bis heute immer wieder zu diesem Massengrab im Atlantik ab. Bis heute kommt es mir merkwürdig vor, dass ein Film über die Titanic dann doch hauptsächlich eine Liebesgeschichte sein soll.